Sudetenland, Riesengebirge und das Venedigs Polens...

Zum Jubiläum - es war die 10. Reise des SPD-Ortsvereins Kolbermoor – fuhr eine 44köpfige Reisegruppe vom 5. bis zum 9. Oktober diesmal nicht wie bisher in die Neuen Bundesländer, sondern in Regionen, in denen auch viele Mitreisende Ihre Wurzeln hatten.

Der erste Tag begann mit einem kleinen Bordfrühstück und führte uns über Regensburg und Waidhaus nach Tschechien. An Pilsen und Prag vorbei fuhren wir nach Nordböhmen in das ehemalige Sudetenland. Die Mittagspause wurde in Liberec, dem ehemaligen Reichenberg eingelegt. Nach einer kurzen individuellen Besichtigung des Ortszentrums ging die Fahrt weiter über Harrachsdorf nach Polen. Durch das Riesengebirge, Teil der Sudeten, fuhren wir zu unserem Hotel in Breslau, dem heutigen Wroclaw.

Was ist schöner? Rathaus Oder Dom? In Breslau sind das nicht zwei Alternativen, sondern gleich drei. Denn durch die alte Hauptstadt von Niederschlesien fließt die Oder, die weiter stromabwärts die Grenze zwischen Deutschland und Polen bildet. Ein Großteil der historischen Altstadt wurde liebevoll wieder aufgebaut. Rathaus und Dom inklusive. Rund 140.000 Studenten sorgen für ein jugendliches Flair. Was schöner war, ließ sich in der Kürze des Aufenthalts nicht beantworten. Oder war es die barocke Universität mit der weltberühmten „Aula Leopoldina“. Mit zum Schönsten gehört zweifellos der Rynek, der Ring - der Marktplatz - gesäumt von ehemaligen Patrizierhäusern, in den verschiedensten Farben und Baustilen nach dem Krieg wieder aufgebaut. Während einer Stadtrundfahrt und einem anschließenden Rundgang zeigte uns eine Reiseleiterin Ihre Stadt. Mehr als 110 Brücken verbinden die vielen Inseln, auf denen Breslau liegt, miteinander. Eine Bootsfahrt auf der Oder und ein gemeinsames Abendessen im historischen Brauhaus Spiz beendeten den ereignisreichen Tag.

Am dritten Tag fuhr die Gruppe in das Riesengebirge. Die Schweidnitzer Friedenskirche, ganz aus Holz erbaut und mit Platz für über 7000 Menschen war unser erstes Ziel. In Hirschberg, dem heutigen Jelenia Gora, wurde die Kirche und der Rynek besichtigt. Das Mittagessen wurde in Krummhübel, dem heutigen Karpac eingenommen. Auf der Rückfahrt nach Breslau wurde noch das Schloss Wojanow besichtigt. Oppeln war das Ziel des vierten Tages. Auf dem Weg dorthin wurde das Renaissanceschloss in Brzeg, dem ehemaligen Brieg besichtigt. Oppeln, heute Hauptstadt der Woiwodschaft Opole, ist die historische Hauptstadt Oberschlesiens. Auch dort wurde die Altstadt um den Rynek nach dem Krieg wieder aufgebaut und restauriert. Das Rathaus ist dem von Florenz nachempfunden. Die freie Zeit nach der Rückkehr in Breslau wurde für individuelle Besichtigungen und Einkäufe in der Markthalle genutzt.

Auf dem Rückweg durch das Glatzer Bergland und dem Eulengebirge Richtung Heimat wurde in Königgrätz, heute Hradec Kralove, am Oberlauf der Elbe das Mittagessen eingenommen. Man war sich einig, dass der Höhepunkt dieser Reise Breslau war, das mit seinem Charme (und seinen vielen Zwergen) vielen in Erinnerung bleiben wird.

Kurt Möser